Wie ich zum Fotografieren kam ...

Dias und Abzüge waren einmal ...

Früher habe ich immer nur im Urlaub Fotos gemacht, Dias, Negativfilm, viel zu viele und oft wohl auch schlechte. Fotos über Fotos von grünen Hügeln vor dunstschwangeren Bergen. Kein Vordergrund, kein interessantes Licht. Es ist fast schon ein Segen, dass die alten Abzüge von den Negativfilmen mittlerweile derart verblasst sind, dass man fast nichts mehr erkennen kann.

Die erste analoge Spiegelreflex ... das schlafende Dornröschen

2004 schenkte mein Göttergatte mir eine Spiegelreflexkamera, alles noch brav analog, da ich mich noch nicht dazu durchringen konnte, der aufkommenden Digitalfotografie eine Chance zu geben. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass der Fotografie-Funke noch nicht überspang und daher mit dieser Spiegelreflexkamera keine tausend Fotos aufgenommen wurden. Sie fristet bis zum heutigen Tag in einem dunklen Schrank ihr Dasein. Und wachküssen wird sie wohl niemand mehr.

15 Jahre digitale Kompaktkamera

Zur Spiegelreflexkamera erwarb ich zum Austesten der digitalen Fotografie eine kleine digitale Kompaktkamera. Ich erkannte schnell die Vorteile der Digitalkamera für den täglichen Schnappschuss und nahm die Spiegelreflexkamera nie mehr in die Hand. Die Kompaktkamera kam aber ausschließlich für Kinderfotos und im Urlaub zum Einsatz. In den darauf folgenden Jahre habe ich mich gefühlt durch sämtliche Nachfolge-Baureihen meiner ersten digitalen Kompaktkamera gearbeitet: Ihre Zeit endete jeweils als sich die Objektivblende nicht mehr zuverlässig öffnete und schloss und das Teleobjektiv sich nicht mehr einfahren ließ. Mit dem letzten Exemplar, das einen 20x optischen Zoom besaß, kamen die ersten Vogel- und Naturaufnahmen höherer Qualität in meine Fotogalerie. Aber gleichzeitig wuchs auch mein persönlicher Anspruch an die Bilder.

Eine gute APS-C Spiegelreflexkamera für moderates Geld

Ende 2019 kehrte ich der Kompaktkamera endgültig den Rücken. Im folgenden Sommer 2020 stand eine Islandreise an und dafür legte ich mir meine erste digitale Spiegelreflexkamera zu. Ich entschied mich für ein wasserfestes Modell wegen seiner Robustheit insbesondere gegenüber Wasser von oben, was für eine Islandreise ein nicht unerheblicher Vorteil ist.

Ich erwarb die Spiegelreflexkamera im Kit mit einem "immer-drauf"-18-135 Zoomobjektiv  und auch heute noch ziehe ich bei Wanderungen gerne mit diesem Objektiv los.

Für Island griff ich dann nochmal etwas tiefer in die Geldbörse und leistete mir ein 11-18 mm f2.8 Weitwinkelobjektiv. Zudem gab es noch ein 55-300 mm Telezoom dazu, um auch für Vogelaufnahmen gerüstet zu sein, ohne kiloweise Equipment mitschleppen zu müssen.

Magie lernt fotografieren

Das Equipment war nun da und eines war von Beginn an klar: Ich wollte kein "A"-, d.h. Automatik-Fotograf werden, wo die Kamera alle Entscheidungen zu Blende, ISO und Verschlusszeit und ggf. zu allem Überfluss auch noch die Bildentwicklung abnimmt. Also musste das Basic-Wissen für gute Fotos her. Internetrecherchen zum Thema Fotografie lierfern eine Flut von möglichen Büchern. Um dabei nicht die Übersicht zu verlieren, filterte ich alle Bücher nach einem wichtigen Kriterium:

Die Fotos im Buch müssen mir gefallen! Nichts schreckt mich an einem Fotokurs mehr ab, als wenn mich die Bilder des Fotografen nicht überzeugen. Was soll so jemand mir beibringen?

Schließlich landete ich dann bei einem Buch, das neben den technischen Details anschaulich in einem Dialogstil auch anhand von Beispielbildern das Wie und Warum und ggf. das Warum-nicht kurzweilig und verständlich erklärt. Noch heute erinnern mich die Hinweise auf den "Turnschuh-Zoom" daran, lieber mal ein paar Schritte entfernt und mit stärkerem Tele mein Fotomotiv abzulichten, um eine Verdichtung im Hintergrund zu erzielen.

Das erste Super Telezoom

Mein Anspruch an die Vogelaufnahmen wurde immer größer und irgendwann reichte mir das 300er Telezoom nicht mehr. Ein 150-450 mm Telezoom zog ein und fortan ging ich mit 2.5 kg um den Hals auf Fotopirsch. Dank des Bildstabilisators der Kamera gelangen mir viele gute Freihandfotos. Meine Physiotherapeutin hatte auch etwas von meinem neuen Telezoom, durfte sie doch die anfänglichen Zipperlein meiner linken Schulter und meiner Halswirbel wieder ausmerzen.

Eine Systemkamera nur für Vogelfotografie

Meine wasserfeste Spiegelreflexkamera ist ein robustes Arbeitspferd, aber ein Sieger für die Galopp-Rennbahn ist sie nicht. Mittlerweile träumte ich von einem besseren Autofokus für die Vogelfotografie. So entschied ich mich für eine Systemkamera mit Fokus AI und Fokus eye tracking. Und ich bin absolut begeistert von den Möglichkeiten dieses AF Systems! Dazu habe ich mir ein Supertele mit Festbrennweite 600mm und einer Festblende f11 zugelegt.

Das Objektiv mit Festbrennweite und Festblende ist ein guter Kompromiss zwischen Preis, optischer Qualität und Gewicht. Die Festblende f11, über die mancher vielleicht die Nase rümpft, schränkt weniger ein als man vermuten würde:  Da die neue Systemkamera nicht wasserdicht ist, kann man sie ohnehin nur bei gutem Wetter, respektive in der Regel bei guten Lichtverhältnissen einsetzen. Hohe ISO Werte bis 12800 meistert die Kamera mit nur leichtem Rauschen, was mit einer DeNoise Software weiter reduziert werden kann. Die große Schärfentiefe des f11 Objektivs stellt in der Vogelfotografie meist auch kein Problem dar. Das Freistellen funktioniert trotzdem recht gut, da sich die Piepmätze mit Vorliebe auf erhöhten, isolierten Sitzwarten niederlassen.

Ein wenig Sorge hatte ich bzgl. der Brennweite von 600 mm, die bei einer Kamera mit APS-C Sensor und Crop Faktor einem 900 mm Objektiv entspricht. Aber die Bildstabilisatoren von Objektiv und Kamera funktionieren derart gut, dass Freihandaufnahmen selbst bei Belichtungszeiten bis 1/100 s kein Problem darstellen.

Dank an meine Lieben ...

Auf meinen Streifzügen durch die Aachener Städteregion und Umgebung habe ich nun oft beide Kameras dabei, die Spiegelreflexkamera für die Landschaftsfotografie, die Systemkamera für die Vögel. Manchmal habe ich das Glück, meinen persönlichen Caddie in Form meines Göttergatten oder meiner Töchter im Schlepptau zu  haben, die mir dabei helfen, das jeweilig erforderliche Equipment bereitzustellen.

Deshalb an dieser Stelle an meine Lieben einen herzlichen Dank für die Geduld und stoische Ruhe, wenn ich mal wieder die Kamera zücke ... 💕

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